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Anwendung


Daten und Eigenschaften von Rohglycerin

ü      Nr. 12.07.03 der Positivliste für Einzelfuttermittel

ü      Glyceringehalt                      80 – 82 %

ü      Wassergehalt (K.F.)             10 – 15 %

ü      NaCl                                          5 – 7 %

ü      Methanol                               0,01 – 0,5 %

ü      Dichte                                    1,23 – 1,27 g/cm³ bei 20 °C

ü      Ökologische Information     biologisch abbaubar, WGK1

ü      Energiegehalt Milchkuh       ca. 7,6 MJ NEL/kg  (Rohglycerin, 80%)

ü      Energiegehalt Schwein       ca. 14,0 MJ ME/kg  (Rohglycerin, 80%)

ü      Energiegehalt Geflügel       ca. 14,0 MJ/kg  (Rohglycerin, 80%)

Einsatzfelder für Glycerin:

Glycerin ist futtermittelrechtlich für alle Nutztierarten zugelassen. Folgende positive Eigenschaften können genutzt werden:

ü      Energieträger: Ketoseprophylaxe, Ersatz für Futterfette

ü      Geschmacksverbesserer: Erhöhung der Futteraufnahme

ü      Staubbindung: Ersatz für Futteröle

ü      Presshilfsmittel: Ersatz für Melasse

Milchviehfütterung:

Glycerin spielt eine wichtige Rolle im Stoffwechsel und wird in erster Linie für die Glukoseneubildung benötigt. In der Rinderfütterung wird Glycerin durchaus als Ersatz für Propylenglykol gesehen und in aktuellen Studien konnten keine Unterschiede in den Leistungen und Stoffwechselparametern zwischen den beiden Stoffen festgestellt werden. Mit Glycerin kann das Risiko von Ketosen minimiert werden und Glycerin hat positive Effekte auf die Futteraufnahme. Aufgrund des süßen Geschmacks wird Glycerin auch „Süßfett“ genannt. Einsatz von 300-800 g/Tier und Tag sind möglich.

Schweinefütterung:

In Versuchen der Humboldt-Universität wurde bei Schweinen eine erhöhte Futteraufnahme und bessere Zunahmen bei Glycerinanteilen von 5-10% festgestellt. Bedingt durch den NaCl-Gehalt steigt der Wasserverbrauch mit zunehmenden Glycerinanteil im Futter, während die Verdaulichkeit sinkt und somit der Energiegehalt von der Einsatzmenge abhängt. Eine Einsatzmenge um 5% scheint die beste Wirtschaftlichkeit zu bringen. In Rationen mit hohen Anteilen an schnell abbaubarer Stärke oder an Melasse sollte der Glycerineinsatz im Austausch gegeneinander erfolgen.

Bullenmast:

In der Bullenmast und in der Schweinefütterung wird Rohglycerin mit dem Ziel die Futteraufnahme zu steigern mit bis zu 5 % der Rations-TM eingesetzt.

Geflügel:

In der Geflügelmast sind Anteile bis 10 % Glycerin unkritisch. Höhere Anteile führen zu einer verminderten Verwertung des aufgenommenen Glycerins. Um den energetischen Futterwert optimal abzuschöpfen, sollte bei Mast- und Legehühnern und bei wachsenden Schweinen 5 % Glycerin in der Ration nicht überschritten werden.

Staubbindung:

Darüber hinaus ist es als Staubbindemittel (1-3%) für mehlige Futtermittel sowie als Pelletierhilfsmittel (bis zu 8 %) geeignet. Glycerin bindet Wasser. Entsprechend sind bei Glyceringehalten > 8 % und längerer Lagerung die klimatischen Lagerbedingungen zu optimieren. Bei geringer Luftfeuchtigkeit (55%) verhindert Glycerin ein Austrocknen des Futters, während bei hoher  Luftfeuchtigkeit (75%) vermehrt Wasser aufgenommen wird. Infolgedessen quellen die Pellets und verkleben, so dass sich das Rieselverhalten verschlechtert. Demzufolge ist für die Lagerung glycerinreicher Pellets eine verhältnismäßig trockene Lagerung (50-60% Luftfeuchte) zu empfehlen. Höhere Luftfeuchtigkeiten sind zu vermeiden, können jedoch kurzzeitig toleriert werden.

Sonstige Eigenschaften:

Beim Einsatz von Rohglycerin ist neben dem Glycerin- auch der Wasser- und Aschegehalt zu berücksichtigen. Insbesondere ist auf den erhöhten Wasserbedarf durch das Natriumchlorid zu achten.

Verarbeitung:

Rohglycerin wird in das Futter eingesprüht. Um eine bessere Verteilung zu gewährleisten ist eine Mischung mit Wasser möglich. Die Zugabe erfolgt zweckmäßigerweise mit einer Flüssigdosieranlage direkt in die Mischration.

Verpackung und Lagerung:

Verschlossen an einem trockenen, gut durchlüfteten Ort vor Hitze und direkter Sonneneinstrahlung geschützt lagern.







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